Eingreifendes Denken: ein paradoxer Zusammenhang!?

Will man sich dem Begriff des „eingreifenden Denkens“ nähern, stolpert man zunächst einmal über die Frage, ob man überhaupt „denkend“ eingreifen kann. Die Schwierigkeit, diesen Terminus fassen zu können, liegt zum einen daran, dass sich sofort ein ganzes Feld von Fragen auftut:

Ist Denken und Eingreifen zugleich möglich? Lassen sich diese beiden Aktionen in einer produktiven Synthese verbinden oder büßt man seine geistige, kritische Unabhängigkeit ein, sobald man zugunsten einer Sache eingreift, sich engagiert? Kann man überhaupt mittels Denkproduktivität in Form von Literatur oder Kunst eingreifen? Kann man zum Beispiel überhaupt mit Sprache eingreifen, also handeln? Gibt es eine bestimmte Gruppe von Menschen, die für die Tätigkeit des eingreifenden Denkens prädestiniert scheinen?

 

Auf den folgenden Seiten dieses Online-Projektes werden Beantwortungsversuche zu diesem Fragenkomplex vorgestellt. Hierbei ist das Konzept leitend, dass sich die einzelnen Textbausteine einerseits weitestgehend eigenständig verstehen lassen und sich andererseits thematisch ergänzen und wechselseitig vertiefen. Der Leser kann somit selbst entscheiden, an welcher Stelle er seine Lektüre fortsetzen möchte, und auf diese Weise ganz im Sinne des eingreifenden Denkens selbst in ‚den’ Text, d.h. in den Raum der möglichen Antworten eingreifen und diesen ergründen.

Wer – im Sinne eines Leitfadens – zuerst einmal erfahren möchte, was sich hinter dem Terminus des „Eingreifenden Denkens“ verbirgt, findet Antworten unter der Rubrik „Eingreifendes Denken: ein paradoxer Zusammenhang!?“ Ob Intellektuelle für diese Tätigkeit prädestiniert sind und welche Rolle sie spielen, erfährt man unter dem Stichwort „Aufgabe bzw. Rolle des Intellektuellen“. Die Rubrik „Aufgaben einer engagierten Literatur“ widmet sich insbesondere aus einer theoretischen Perspektive der Frage, welcher programmatische Anspruch von Kunst für diese Tätigkeit besonders geeignet sein könnte. Dieser theoretischen Perspektive wird schließlich unter dem Stichwort „Literarische Formen eingreifenden Denkens“ anhand von konkreten Beispielen nachgegangen, wobei diese exemplarischen Auseinandersetzungen ebenfalls Blickwinkel der anderen Rubriken aufgreifen.

Viel Vergnügen mit der Seite wünschen die Autorinnen und das Projektteam!

Versuch einer Definition des Terminus "Eingreifendes Denken"...